Kein Webshop als Fertigungsunternehmen? Eine verpasste Chance für den Schweizer Markt
- 7. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit

In der klassischen Fertigungswelt galten Onlineshops lange als "B2C-Spielzeug". Doch diese Denkweise greift im Jahr 2025 zu kurz – insbesondere in der Schweiz, wo selbst hoch spezialisierte Maschinenbauer zunehmend auf digitale Verkaufskanäle setzen. Kunden erwarten heute Information, Verfügbarkeit und Bestellmöglichkeiten rund um die Uhr. Ein Webshop kann genau das leisten – auch für B2B-Fertigungsunternehmen.
Die digitale Erwartungshaltung hat sich verändert
Ob Zulieferer, technischer Einkäufer oder Serviceabteilung: Wer heute Ersatzteile, Baugruppen oder Dienstleistungen einkaufen will, sucht nicht mehr im Katalog oder wartet auf einen Rückruf. Man sucht online – am besten mit Filter, Verfügbarkeit und direkter Bestellmöglichkeit.
Ein Onlineshop ist damit nicht nur ein Verkaufsinstrument, sondern ein Servicekanal, ein Informationshub und ein digitaler Zugang zur Zusammenarbeit mit dem Fertigungsunternehmen. Besonders im Schweizer Markt, wo Kundennähe, Qualität und Effizienz gefragt sind, kann ein Webshop diese Werte digital erlebbar machen.
Warum viele Fertiger in der Schweiz noch zögern
Trotz der offensichtlichen Vorteile zögern viele Schweizer KMU aus dem Maschinen- und Anlagenbau, einen Webshop einzuführen. Die häufigsten Argumente:
"Unsere Produkte sind zu individuell."
"Wir haben keine Standardpreise."
"Unsere Kunden wollen lieber direkten Kontakt."
"Wir haben keine Kapazitäten für die Pflege."
Diese Argumente sind nachvollziehbar – aber meist nur auf den ersten Blick stichhaltig. Denn ein Webshop muss nicht zwingend alle Produkte abbilden oder standardisierte Preise zeigen. Vielmehr kann er als digitale Verlängerung des Vertriebs dienen:
Angebotsanfrage-Funktionen
Ersatzteilverkauf
Kundenindividuelle Loginbereiche
Dokumentenzugänge (CE, Datenblätter, 3D-Modelle)
Bestellhistorie und Nachverfolgbarkeit
Microsoft Dynamics 365 Business Central als Basis
Ein oft unterschätzter Vorteil für Fertigungsunternehmen mit ERP ist die Möglichkeit, den Webshop direkt mit Microsoft Dynamics 365 Business Central zu verbinden. So entsteht eine integrierte Systemlandschaft, in der alle relevanten Daten – vom Lagerbestand über Preise bis hin zur Lieferzeit – zentral gepflegt und im Webshop ausgespielt werden.
Das bringt folgende Vorteile:
Automatisierte Prozesse: Bestellungen aus dem Shop landen direkt im ERP.
Aktuelle Daten: Verfügbarkeiten, Preise und Varianten sind immer synchron.
Kundenspezifische Informationen: Jeder Kunde sieht seine Konditionen und Produkte.
Skalierbarkeit: Vom Ersatzteilshop bis zum vollumfänglichen B2B-Commerce.
Beispiele aus der Praxis
In der Schweiz setzen bereits heute viele Unternehmen aus dem Industrie- und Fertigungsumfeld auf E-Commerce mit ERP-Anbindung. Ob als Ersatzteilshop für den HLK-Service, als Angebotsplattform für Halbzeuge oder als B2B-Shop für Serienprodukte: Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.
Ein gutes Beispiel ist ein Kunde aus dem Bereich Präzisionsteile, der über Business Central und eine Shop-Lösung von Logico einen Ersatzteilverkauf mit über 3’000 Artikeln abbildet – inklusive kundenindividuellen Preisen und Versandoptionen.
Ein anderer Kunde nutzt den Webshop als internes Bestellportal für den weltweiten Servicestützpunkt seiner Maschinen, um Prozesse zu vereinfachen und Lieferzeiten zu verkürzen.
Ein Shop ist kein Selbstzweck – sondern ein Wettbewerbsvorteil
Ein Webshop muss nicht perfekt sein – aber er muss einen Mehrwert für Kunden bieten. Gerade im industriellen Umfeld zählen Verfügbarkeit, Geschwindigkeit, Transparenz und Vereinfachung. Wer diese digital anbietet, sticht hervor.
Im Schweizer Markt, der von Qualität, Vertrauen und Kontinuität geprägt ist, kann ein Webshop diesen Werten entsprechen – wenn er gut gemacht ist.
Unsere Empfehlung
Klein starten – z. B. mit einem Ersatzteilshop oder Angebotsformular
Integration ins ERP – für weniger Pflegeaufwand und mehr Effizienz
Fokus auf Kundenmehrwert – klare Informationen, einfache Prozesse
Community nutzen – etwa durch Loginbereiche, Dokumentencenter oder Chatfunktionen
Langfristig denken – und den Shop als Teil der Digitalstrategie etablieren
Fazit
Fertigungsunternehmen in der Schweiz, die auf einen Webshop verzichten, lassen Potenzial liegen. Die digitale Erwartungshaltung im B2B hat sich längst verändert – Kunden wollen selbstständig, schnell und transparent interagieren. Ein gut integrierter Webshop, auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central, ist dafür die perfekte Grundlage.
Wer heute mit einem durchdachten E-Commerce-Auftritt startet, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil – auch im industriellen Umfeld.





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